Aus der Erde
kommen wir, zu Erde werden wir. Ton ist keine tote Materie: Ton lebt, Ton
spricht, Ton hat eine Botschaft. Ton ist bereitwillig, eigensinnig;
formbar, wenn man bereit ist, einen Dialog mit ihm zu führen, biestig, wenn
man glaubt: „ Ich bin der Stärkere.“
Dieses
„Miteinander“ reizt mich stets aufs Neue, dem Ton ein Partner zu sein. Die
Krönung dieser Partnerschaft ist der Brand.
Insbesondere
das offene Feuer beim Raku-Brand, einer altjapanischen Brennart aus dem 16.
Jahrh. Auch hierbei ist Wissen notwendig, aber auch die Bereitschaft, sich
vom Feuer, von der Atmosphäre überraschen zu lassen.
Aus dem
Raku-Feuer kommen keine zwei gleichen Teile:
Die im
offenen Feuer gebrannten Objekte bieten mir die Möglichkeit, „die Schönheit
des Einfachen und das Erlebnis bewegter Natur“ sichtbar zu machen.
Alle
Keramiken von mir sind Ergebnisse von Studienreisen durch Nord-Afrika,
Malta, Israel, Jordanien und Japan.
Zur Technik:
Die
geschrühte Schale bzw.. das Objekt wird evt. mit einer niedrig brennenden
Glasur, Oxiden versehen, mit der Zange in das rotglühende Feuer gestellt, im
weiß glühenden Zustand bei ca. 1000 bis 1100 Grad Celsius mit der Zange aus
der Glut genommen und anschließend mit frisch gemähtem Gras, Sägespänen oder
Tannenzweigen reduziert. Danach wird das noch ca. 800 Grad heiße Objekt in
kaltes Wasser getaucht. Das schnelle Abkühlen bringt die Glasur zum
Krakelieren und erzeugt eine besondere Oberflächenstruktur.
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